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| KREATIN - Positive Wirkungen auf den menschlichen
Körper
- Teil 1 |
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KREATIN
Positive Wirkungen auf den
menschlichen Körper - Teil 1 |
Wissenschaftliche Grundlagen zum Kreatinkinase-System
Kreatin (engl: creatine) ist eine schon seit mehr als 150
Jahren bekannte Substanz. Entdeckt wurde sie 1834 von dem
Franzosen Chevreul als Bestandteil in der Fleischbrühe. Justus
von Liebig wies Kreatin 1847 methodisch zuverlässig als
Komponente im Fleisch verschiedener Säugetierarten nach. In
dem nach ihm benannten Fleischextrakt stellt es einen
wesentlichen Inhaltsstoff dar. Kreatin ist eine körpereigene
Substanz die z.T. im Körper selber gebildet oder über die
Nahrung, vor allem mit Fleisch und Fisch, aufgenommen wird. Im
Körper einer Person von 70 kg sind ungefähr 100-120 Gramm
dieser Substanz vorhanden, vorwiegend in den Skelettmuskeln,
im Herzmuskel und im Gehirn. Der tägliche Bedarf beträgt ca.
2-4 Gramm. Kreatin kommt als natürliche, biologische Substanz
übrigens auch in der Muttermilch von Mensch und Tier vor.
Kreatin wird mit Hilfe des Enzyms Kreatinkinase (CK) zur
energiereichen Verbindung Phospho-Kreatin "aufgeladen". Diese
chemische Energie steht dann in den Organen und Zellen für
vielfältige Aufgaben zur Verfügung, z.B. für die Kontraktion
von Skelett- und Herzmuskeln, sowie für die Aufrechterhaltung
des internen Zellmilieus durch energetische Versorgung von
Ionenpumpen (Kalzium- und Natrium/Kalium Pumpen). In der Zelle
wird nämlich an Ort und Stelle des Energieverbrauchs mittels
des Enzyms, Kreatinkinase (CK), und dem energiereichen
Phospho-Kreatin ATP (Adenosintriphosphat) hergestellt, das in
allen Lebewesen als universelle Energiewährung für alle
biologischen Vorgänge, die Energie verbrauchen, benutzt werden
kann.
Durch Grundlagenforschung konnte die eminente physiologische
Bedeutung des CK-Systems aufgezeigt und die Rolle von
Phospho-Kreatin als Energiepuffer, aber auch als Transportform
von Energie in der Zelle dokumentiert werden. Trotzdem sind viele wichtige Fragen betreffend das Kreatinkinase
System im Zusammenhang mit der zellulären Bioenergetik noch
offen und bedürfen weiterer Forschung.
Da das Kreatinkinase/Phospho-Kreatin System vorwiegend in
Geweben und Zellen mit hohem und z.T. stark fluktuierendem
Energieumsatz, wie z.B in der Skelett- und Herzmuskulatur,
sowie im Gehirn, in der Netzhaut des Auges und in Spermien
vorkommt, aber auch in der glatten Muskulatur und im
wachsenden Knochen und Knorpel, sowie in Immunzellen gefunden
wird,
ist zu erwarten, dass Kreatin vor allem in
diesen Geweben und Zellen eine positive Wirkung zeigen sollte.
Dies scheint nach neuerer Erkenntnis nun auch tatsächlich der
Fall zu sein. Die Tatsache, dass die Kreatinkinase
Isoenzym-Familie während der Evolution vom See-Igel bis zum
Menschen strukturell und funktionell sehr hoch konserviert
geblieben ist,
deutet auf die generelle Wichtigkeit ihrer Funktion im
Metabolismus in verschiedenen Organismen, Organen und Zellen
hin. Es wäre deshalb durchaus einleuchtend, wenn Kreatin sich dank seiner
vielfältigen Anwendbarkeit als universeller "Energy
Booster"
entpuppen würde. |
Unbestrittene, positive Effekte von Kreatin auf die
Skelettmuskulatur
Aus verständlichen, nicht zuletzt auch kommerziellen Gründen
ist die Kreatinforschung auf dem Gebiete der
Leistungsphysiologie und des Spitzensportes am weitesten
fortgeschritten und die Anzahl von wissenschaftlich Studien direkt am Menschen ist in der
Zwischenzeit beachtlich geworden und wächst immer noch.
Auf Grund der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung haben
verschiedene international bekannte Spitzenathleten vor ca. 5
Jahren im Selbstversuch mit der Einnahme von Kreatinpulver
begonnen und damit erstaunliche Leistungssteigerungen von
10-20% erreicht, zuerst vor allem im Sprintbereich, dann aber auch in anderen
Disziplinen. Durch gezielte Supplementation mit Kreatin
können beim Menschen nicht nur die Sprint-, sondern auch die
Ausdauerleistung verbessert und die Erholungszeiten nach
hartem Training verkürzt werden. Kreatinsupplementation wird
deshalb nicht nur bei Kraftsportarten (Gewichtheben,
Ringen/Schwingen, Bodybuilding etc), sondern auch für
Leichtathletik, Mannschafts- und Spielsportarten (Fussball,
Eishockey, Volleyball, Tennis Squash etc), sowie auch für
Ausdauersportarten (Radrennfahren, Triathlon, Marathon- und
Berglauf etc) mit Erfolg eingesetzt.
Die Tatsache, dass
submaximales Training, bei dem die Glycogenspeicher
entleert werden, sowohl die Aufnahme von Kreatin, wie
auch die Akkumulation von Glycogen im Muskelgewebe
deutlich steigert, zeigt, dass Training in Kombination
mit Kreatin-Supplementation plus Kohlehydrat-Loading
zu optimalen Effekten führt. Bei den
Probanden, die Kohlehydrate plus Kreatin zu sich nahmen,
wurden nämlich die Glycogenspeicher im Vergleich zu den
Probanden die nur Kohlehydrate nahmen, deutlich erhöht. Durch die so gewonnene Erhöhung der Glycogenspeicher lässt sich u.a. auch die positive Wirkung von
Kreatin auf die Ausdauerleistung ohne weiteres erklären. Durch
Training wurde zudem auch die Aufnahme von Kreatin verbessert. Da ein erhöhter Phospho-Kreatin
Spiegel in den Muskeln zu einer Verbesserung der Energetik für
die Kalzium-Homeostase führt, ist ein Effekt von Kreatin auf
die Ausdauerleistung auch von diesem Aspekt her zu erwarten,
d.h. die Energie, die für die während den Muskelkontraktionen
zyklisch erfolgende Kalziumaufnahme durch die
Ca2+-ATPase-Pumpe verbraucht wird, kann dank eines erhöhten
Phospho-Kreatin Spiegels effizienter eingesetzt werden. |
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Obwohl schon 1976 mit Skelett- und Herzmuskelzellen in Kultur
gezeigt werden konnte, dass externes Kreatin zum
Zellkulturmedium gegeben eine Zunahme der muskelspezifischen Eiweißsynthese bewirkt, wurde lange Zeit
negiert, dass Kreatin eine direkt Zunahme der Muskelmasse
bewirkt, weil vor allem während der Anfangseinnahmephase mit Kreatin auch
Wasser im Muskelgewebe akkumuliert wird, was meist zu einer leichten Gewichtszunahme
(1-2 kg) führt. Dies kommt dadurch zu Stande, dass der Kreatin-Transporter ein Natrium-Chlorid Cotransporter
ist und zum osmotischen Ausgleich Wasser in
die Zellen aufgenommen werden muss. Deshalb ist es auch
wichtig vor allem während der Anfangseinnahmephase mit Kreatin speziell
viel zu trinken, aber auch danach sollte auf eine vermehrte
Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
Schon früh hat eine finnische Gruppe,
die Kreatin an Patienten mit "Gyrate Atrophy", einer
Augenkrankheit, abgegeben hatten, realisiert, dass die
längerfristige Einnahme von Kreatin (1.5. Gramm täglich
während eines Jahres) in der Tat von einer direkten Zunahme
der Muskelmasse begleitet war, die ausschließlich auf eine
Vergrößerung des Durchmessers von schnellen Typ II
Muskelfasern zurückzuführen ist. Neuere
Resultate einer australischen Forschergruppe zeigen zudem, dass Kreatin-Supplementation während 12 Wochen in Zusammenhang mit
Krafttraining zu einer signifikanten Querschnittsvergrößerung
aller, inklusive der langsamen Typ I Fasern, führen kann. Parallel zu diesem Muskelaufbau stellte man oft
eine Abnahme von Fettgewebe fest,
was insgesamt zu einer durchaus erwünschten Erhöhung der
fettfreien Körpermasse (lean body mass) führt. Dieser sekundär positive Effekt ist sicher auch für
andere Anwendungen außerhalb des Sportbereiches wichtig und
könnte z.B. auch bei Schlankheitskuren ausgenützt werden.
Hierbei ist es jedoch von enormer Wichtigkeit noch einmal zu betonen, dass Kreatin vor allem im Zusammenhang mit intensivem
Muskeltraining und mit Kohlehydrat-Loading seine volle Wirkung
entfaltet.
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Positive Wirkung von Kreatin auch auf den Herzmuskel
Während durch Kreatin-Supplementation bei chronischem
Herzversagen zwar die Herzvolumen-Leistung offenbar nicht
signifikant gesteigert werden konnte, verbesserte sich aber
die Leistung der Beinmuskulatur ganz deutlich, was ebenfalls zu einer Steigerung der Lebensqualität
bei diesen Patienten beitrug. Eine
deutliche Schutzfunktion des Herzens bei verschiedenen
Herzkrankheiten wurde aber durch direkte Infusion von Phospho-Kreatin als Zusatz in den kardioplegischen
Infusionslösungen erreicht. Diese Applikation zeitigte auch
bei chronischem Herzversagen durchaus positive Wirkung. Zudem
können auf dieselbe Weise auch Herzrhythmusstörungen nach
einem Herzinfarkt deutlich verringert werden.
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Dass das Kreatinkinase System für die Funktion des Herzmuskels
und der Herz-Reizleitung wichtig ist, beweist die Tatsache,
dass transgene Tiere, die kein oder nur noch sehr wenig dieses
Enzyms im Skelettmuskel, resp. im Herzmuskel herstellen,
Störungen in der Muskel- und Herzfunktion aufweisen, die allerdings nicht so gravierend
sind, dass die Tiere nicht überleben könnten. Dies ist
insofern erklärbar, weil sowohl in den Skelettmuskeln, wie
auch im Herzmuskel dieser Tiere verschiedene metabolische und
strukturelle Adaptationen stattgefunden haben und andere
energetische "Sicherheitssysteme" aufreguliert worden sind.
Auf diese Weise kann der Organismus offenbar den Ausfall des Kreatinkinase Systems mindestens teilweise kompensieren.
Versuchstiere, die mit dem Kreatin-Analog,
Guanidino-Propionsäure (GPA), gefüttert wurden, eine
Behandlung, die den Kreatinspiegel im Muskel um 80%
erniedrigt, zeigen deutliche Anzeichen von Hypertrophien des
Herzens, sowie auch mitochondriale Myopathien in den
Skelettmuskeln. |
Wenn GPA, das die Aufnahme von Kreatin in die
Zellen hemmt, zu Herzzellen in Kultur gegeben wird, zeigen
sich nach einigen Tagen ebenfalls Anzeichen von
mitochondrialen Myopathien mit stark vergrösserten,
stabförmigen Mitochondrien, in denen die mitochondriale Kreatinkinase zu
regelmäßig angeordneten intramitochondrialen Einschlüssen
auskristallisiert wird, ein für mitochondriale Krankheiten typisches Erscheinungsbild.
Nach
Zugabe von Kreatin zum Zellkulturmedium verschwinden diese
Einschlüsse und die Größe der Mitochondrien wird wieder
normal. Ob diese Einschlüsse bei Patienten nach Kreatin-Einnahme
auch verschwinden, konnte noch nicht gezeigt werden,
allerdings stellte man bei solchen Patienten deutliche
Verbesserungen in der Muskelkraft fest.
Auf dem Gebiete der Kardiologie ist das Potential von Kreatin
aber noch lange nicht ausgeschöpft und es können durchaus
interessante, längerfristige Effekte, z.B. für die Prävention
gewisser Erkrankungen des Herzens und deren Verlaufsmilderung
erwartet werden.
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Kreatin ist auch für die langsame, glatte Muskulatur wichtig
Das Kreatinkinase System ist auch für die zelluläre Energetik
der relativ langsamen Kontraktion der glatten Muskulatur im
Körper wichtig. Das Enzym und die
entsprechenden Substrate, Kreatin und Phospho-Kreatin, sind in
der glatten Muskulatur der Blutgefässe,
des Gastrointestinaltraktes, sowie in der
Gebärmutter vorhanden, wo sie ebenfalls
eine für die Funktion dieser Muskeln wichtige Rolle in der
Energieversorgung ausüben. Die
Vermutung, dass sich eine Kreatin-Supplementation auch auf die
glatte Muskulatur positiv auswirken könnte, wird dadurch
erhärtet, dass verschiedene Patienten mit Muskelschwund als "Nebenefekte"
einer Kreatin-Behandlung oft eine verbesserte Darmtätigkeit,
bessere Blasenkontrolle und einen besseren Blutkreislauf
festgestellt und zudem oft spürbar wärmere Extremitäten haben. |
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